Home » Anträge » Artikel: Antrag zur Stadtverordnetenversammlung – Leitlinien zur Kinderbetreuung in Rosbach und Rodheim
28. Oktober 2017

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Aus Analysen und Arbeitsergebnissen der „Projektgruppe Wasserburg“ ergibt sich u. a. die Notwendigkeit zu einer Verständigung über eine grundsätzliche und längerfristige Strategie zur Kinderbetreuung in Rosbach und Rodheim. Diese soll künftig als ein Orientierungs- und Gestaltungsrahmen dienen und zielführende Diskussionen und Entscheidungen erleichtern.

Die beigefügten von der FDP-Fraktion erarbeiteten Leitlinien stellen hierfür eine Diskus-sionsgrundlage dar. Vertiefende Beratungen sollen vor einer Verabschiedung durch die Stadtverordneten im Haupt- und Finanzausschuss, der AG Kinderbetreuung sowie mit dem Stadtelternbeirat und den bisherigen Mitgliedern der „Projektgruppe Wasserburg“ erfolgen.

Die Begründung erfolgt mündlich.

Leitlinien zur Kinderbetreuung in Rosbach und Rodheim

1. Bedarfsorientierte Verfügbarkeit und Qualität: Betreuungsnachfragen von Eltern ist mit bedarfsorientierten Angeboten weiterhin bestmöglich zu entsprechen. Mindestens die bisherige pädagogische Betreuungsqualität, gemessen durch die Betreuungsinten-sität, bleibt erhalten.

2. Pluralität der pädagogischen Angebote: Einrichtungen wird Möglichkeit eingeräumt, sich in ihren pädagogischen Betreuungskonzepten zu unterscheiden. Eltern genießen größtmögliche Freiheit, zwischen Einrichtungen mit deren unterschiedlichen Konzepten wählen zu können. Die Verlässlichkeit von vorgestellten Angebote hat hohe Bedeutung.

3. Bindungen am Wohnort stärken: Die Kinderbetreuung am Wohnort schafft wichtige Bindungsfunktionen zu der Heimatkommune sowie den Menschen in der unmittelbaren Lebensumgebung. Sie erleichtert zudem Kindern den Übertritt zur Schule. Durch überdurchschnittlich hohe Gebühren wird ein zusätzlicher Anreiz gesetzt, Kinder in Nachbarkommunen oder am auswärtigen Arbeitsplatz betreuen zu lassen. Dieser Tendenz ist entgegenzuwirken und der Aspekt bei Entscheidungen zu berücksichtigen.

4. Verwenden von Zuschüssen: Höhere vom Land getragene Betreuungskosten werden an die Eltern weitergegeben, ohne dass sich deswegen in der Gesamtsumme der Zuschuss von Stadt und Bürgern für die Kinderbetreuung erhöht. Alle Zuschussmög-lichkeiten für die Kinderbetreuung sind bei Entscheidungsfindungen einzubeziehen.

5. Angebotsstruktur und Gebühren: Bei dem Bereitstellen weiterer Einrichtungen sowie neu festzusetzenden Betreuungszeiten und Gebührenstaffelungen soll gelten:

a) Ein möglichst wohnungsnahes Betreuungsangebot ist anzustreben.

b) Leicht überschaubar und entsprechend dem erfassten Betreuungsbedarf von Eltern werden 3 bis 4 sich aneinanderreihende Betreuungsmodule angeboten.

b) Als soziale Komponente bleibt einrichtungsübergreifend die bisherige Geschwister-Regelung unverändert erhalten.

c) Für die Betreuungsangebote wird das einkommensabhängige Staffeln von Gebühren nicht erweitert; angestrebt wird entsprechend früherer Regelung, dass die maximale Gebühr höchstens doppelt so hoch ist, wie die niedrigste.

d) Bei beruflich begründeter Anforderung von Elternteilen sind jährlich einmal änderbar flexible Betreuungszeiten in einer Einrichtung in Rosbach und Rodheim zu ermöglichen.

6. Raumangebot und Außenflächen: Die bisherigen Flächenangebote in Gebäuden und Außenanlagen sind weiterhin bereit zu stellen. Auch in Außenanlagen ist auf einen guten Zustand, ausreichende Ausstattung und möglichst große Grasflächen zu achten.

7. Kontinuierliche Verbesserung: In Abstimmung mit dem Stadtelternbeirat und dem möglichen Einbeziehen von Experten bleiben weiterhin Vorschläge für effiziente und kostenoptimierte Betreuungsstrukturen zu entwickeln. Dabei können z. B. auch flexible Möglichkeiten des Betreuens von U3-, Ü3- und Grundschulkindern für einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezogen werden.

8. Informationen zur Weiterentwicklung: Einrichten eines laufenden systematischen Reportings mittels zentraler aussagekräftiger Kennzahlen bezüglich der Qualität (Betreuungsintensität) sowie Effizienz (Kosten je gebuchte Betreuungsstunde). Ein regelmäßiges Befragen zum Betreuungsbedarf der Eltern soll Planbarkeit erhöhen und Grundlage für das ständige Weiterentwickeln bedarfsorientierter Angebote schaffen.

9. Lokale und gesellschaftliche Bedeutung der Kinderbetreuung: Die bereitgestellten Betreuungsleistungen für Kinder und Eltern stellen nicht lediglich einen kommunalen Kostenfaktor dar. Eine qualifizierte Kinderbetreuung ruft vielfältige positive Effekte hervor. Diese bedeuten eine wertvolle gesellschaftliche und zugleich rentable Investition für Bund, Land und Kommunen. Den entstehenden Kosten stehen dabei umfassende gesellschaftliche Nutzen gegenüber durch z. B. Bildungsrendite, Sozialrendite, Arbeitsmarktrendite und höhere Steuereinnahmen auch auf der örtlichen Ebene.

Leitlinien zum Download

Dieser Eintrag wurde erstellt am 28. Oktober 2017 und ist abgelegt unter Anträge .